Thursday, January 19, 2017

Autorenwahnsinn Tag 10: Lieblingsort zum Schreiben

Insgeheim bewundere ich die Kolleginnen und Kollegen, die in frequentierten und lauten Orten wie Cafés oder Zügen schreiben können. Ich arbeite am besten unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Besonders wenn ich mit Szenen beschäftigt bin, die höchste Konzentration und Präzision erfordern.

Ich ziehe an einen ruhigen Ort um.

Früher war ich weniger ablenkbar. Als Schülerin hatte ich schier endlos Zeit und außer Hausaufgaben erledigen und lernen wenig Verpflichtungen. In den Freistunden saß ich im Frühling und Sommer auf den Stufen der Palottinerkirche in Freising. Freundinnen und Klassenkameraden durften auf den Spiralblock auf meinem Schoß blicken und zusehen, wie sich meine Ideen in Worte und Sätze verwandelten. Immer wieder kreisten Teile meiner frühen Werke durch die Bänke und ich erhielt auch Verbesserungsvorschläge, wie auch die bestürzte Frage: "Warum lässt du ausgerechnet Valdas sterben?" zurück.  Valdas ist doch nicht gestorben, sondern erfreut sich in meinem ersten Manuskript bester Gesundheit.

Lieblingsschreibort meiner Schulzeit: Die Stufen der Palottinerkirche in Freising


Mehr über ihn in Folge 18.

Tuesday, January 17, 2017

Autorenwahnsinn Tag 8 und 9: Dein Lieblingsbuch/Lieblingsautor

Die Frage nach meinem Lieblingsbuch muss ich überspringen. Ich bin eine schlechte Leserin geworden, weil ich schlicht und einfach zu wenig Zeit dafür habe, um auch das noch unterzubringen. Guten Gewissens kann ich trotzdem sagen, dass ich in meinem Leben viele gute Bücher gelesen habe, teilweise Weltliteratur und Klassiker, aber auch die Werke noch unbekannter Autorinnen und Autoren. 
Ich mochte jedes Buch, das ich bisher gelesen habe, gleich gerne. Jedes von ihnen hat einen Platz in meinem Regal.

Wenn es um meinen Lieblingsautor, bzw. meine Lieblingsautoren geht, fallen mir Max Frisch, Friedrich Dürrenmatt und Bertold Brecht ein. Die drei haben mich in einem sehr frühen Alter beeindruckt und inspiriert. Eine Vielleserin war ich nie, aber als Frischs "Homo Faber" und Dürrenmatts "Das Versprechen" und "Physiker" zur Lektüre im Deutschunterricht der 8. und 9. Klasse gehörten, las ich mehr Seiten, als Hausaufgabe waren. In der Theatergruppe spielte ich in "Der Gute Mensch von Sezuan" von Brecht mit. 

Bei der Aufführung des "Guten Menschen von Sezuan" 1993. Brecht spielt sich gut barfuß.


Frisch, Dürrenmatt und Brecht waren inspirierend und richtungsweisend für mich. Sicher waren meine frühen Manuskripte nicht perfekt, doch es schwang immer eine gewisse Ernsthaftigkeit und der Ehrgeiz mit, meinen Vorbildern nahezukommen. "Homo Faber" ist dramatisch, es gibt kein Happy End. Dürrenmatts Figuren sind skurril und damit unerreichbar und unübertroffen. Brecht verleiht den Underdogs, den Verlieren eine Stimme, wie etwa dem Flieger Yang Sun in "Der Gute Mensch von Sezuan". 


Natürlich will ich niemanden imitieren oder nacheifern, denn das geht nie gut. Ich bin der Ansicht, als Autor sollte man immer sich selbst sein, zu sich stehen und seinen eigenen Stil finden und härter daran arbeiten. Dazu werde ich zu Tag 15 etwas schreiben.


Monday, January 16, 2017

Autorenwahnsinn Tag 7: Deine Social Media Präsenzen

Am liebsten bin ich auf Instagram. Aber ihr findet mich auch auf Facebook, Google +, Lovelybooks und *tief Lufthol* Pinterest.

Auf Facebook habe ich zwei Seiten, einmal die Ira Ebner Historical Fiction und mich als Privatperson. Ihr findet mich auf Lovelybooks, interessant für diejenigen, die Leserunden lieben, und außerdem bin ich gerne in Kontakt mit den Lesern. Auf Pinterest sammle ich vor allem Schreibstoff,inspirierende Menschen und Bilder eben. 

Friday, January 13, 2017

Autorenwahnsinn Tag 4 und 5: Dein Schreibgertät und dein Schreibprogramm



Dieses Mal fasse ich Tag 4 und 5, Schreibgerät und -programm zusammen. Seit 2 Jahren besitze ich diesen Laptop, nachdem sein Vorgänger die in Rente verabschiedet wurde. Auf dem aktuellen beendete ich "Cold Britannia", dort entstand "Das deutsche Spiel". 

Viele Autoren schwören auf "Papyrus". Wie ihr seht, arbeite ich mit Word. Für Plot, Charas und das Script selbst habe ich eine jeweilige Datei.   

Thursday, January 12, 2017

Autorenwahnsinn Tag 3: Inspiration für das aktuelle Projekt

Vor 20 Jahren gekauft, heute helfen mir die Passagen über die Résistance.


Unterstützung für die historischen Hintergründe von "Fremde Feuer" finde ich bei einem großen Denker, Europäer und Staatsmann, bei Francois Mitterrand. Er war auch Zeitzeuge und während des 2. Weltkriegs Bindeglied zwischen der Londoner Exilregierung und der Résistance in Frankreich. In "Freiheit ist wie die Luft zum Atmen" berichtet Mitterrand u.a. auch von dieser Zeit. Was er darin schildert, hilft mir, die Rolle der Caroline ein wenig zu untermauern. Die Actionszenen schreibe ich dann freihand.

Auch das Jetzt und Heute liefert mir neue Inspirationen. 2003 war "Fremde Feuer" lediglich die Idee zu einem weiteren historischen Roman. Nationalismus, Rassismus, rechtes Gedankengut und Populismus à la Trump, Front National, AfD und Pegida waren schon einmal da und haben die Welt in die Katastrophe gestürzt, Millionen von Toten und Vertriebenen gefordert. Darum habe ich den Plot von damals wieder hervorgeholt. Mit "Schwalben" habe ich mich dem Thema bereits vor einigen Jahren angenähert, die positive Resonanz auf dieses Buch hat mich ermutigt, "Fremde Feuer" mit der Stimme und dem Wissen von 2017 zu schreiben.

Caroline ist als Flüchtling nach England gekommen. Krieg und Besatzung haben ihre Lebensplanung zerstört. Für die Ausarbeitung und Weiterentwicklung ihrer Rolle nehme ich die Asylsuchenden von heute zum Vorbild: Frauen und Männer, die sich ihrer neuen Heimat als dankbar erweisen, die Sprache lernen, Arbeit finden und Freundschaften schließen. Aber sie bekommt auch die Ablehnung und Vorurteile zu spüren. Obwohl Caroline integrationswillig ist, wird sie immer zwischen zwei Kulturen hin- und hergerissen sein. Ähnlich wie die Flüchtlinge von heute wird sie auch auf Rückkehr in ihre Heimat und auf Frieden und Freiheit hoffen.

Tuesday, January 10, 2017

Mein Schreibjahr 2016 - Autorenwahnsinn #1



Bis September war 2016 eines meiner produktivsten und kreativsten Schreibjahre. Gleich zu Beginn, im Januar, erschien meine Nordengland-Saga "Cold Britannia". Mit diesem Roman entdeckte ich eine neue Seite an mir, die ich 2015 und 2016 mit "Das deutsche Spiel" weiter auslebte.

Dieses Projekt, das Politthriller und Gesellschaftsroman in einem ist, wechselte einige Male seinen Namen. Sagt nicht ein arabisches Sprichwort, dass man jemanden, den man sehr liebt, viele Namen gibt? Soweit ist das wahr: Emotional hat mich noch kein Buch, das ich zuvor geschrieben habe, derart berührt wie "Das deutsche Spiel". Dabei geht es nicht einmal um Herzschmerz, sondern um Wahlkampf, Intrigen, Ideale, Freundschaft und darum, Würde und Haltung zu bewahren, wenn es andere nicht tun. Es machte mir auch einen Riesenspaß, mit der Sprache zu spielen und einen neuen Klang zu finden - rasant, modern, etwas herb und doch bildreich. Im September konnte ich Arne Steenborg ein vorerst letztes Mal auf die Bühne schicken und den Vorhang fallen lassen. Ich habe im November die Schauplätze in Berlin besucht, um nochmals in die Geschichte hineinzuspüren. Jetzt liegt "Das deutsche Spiel" bei meiner Lektorin auf dem Tisch und bekommt seinen Feinschliff. Im Frühjahr/Sommer dieses Jahres wird mein 5. Roman erscheinen. Instagram, ich komme!

Sobald das Ende eines Romans in Sicht ist, befällt mich die stille Panik, was ich als nächstes schreiben werde und ob ich nicht schon alles geschrieben habe? Ich spiele mit dem Gedanken, mit dem Schreiben zu pausieren und stattdessen lieber Bleistift und Papier zur Hand zu nehmen und wieder zu zeichnen. Seien es Gesa und Arne bei ihrem Spaziergang am Spreeufer, oder wie ich mir das Kostüm vorstelle, das sie auf dem Parteitag trägt, oder die violette Abendrobe mit Stola, in der sie zu einem Ball voller Eitelkeiten und Sticheleien im Adlon erscheint ... Doch der Vorsatz hält nicht zu lange. So gerne ich wieder zeichnen würde wie früher - die Zeit habe ich nicht mehr. Ich muss mich auf die Sache konzentrieren, die ich besser beherrsche, also das Schreiben.

Ich komme noch zu den Inspirationen, doch vorweg: Die Stimmung in Deutschland und Europa lässt gewisse Parallelen zu. Das Schreiben war für mich immer Bewältigung, Auseinandersetzung und Schutzwall zugleich. Ich fand zu einem Plot aus dem Jahr 2003 zurück und so hatte ich wieder einen Inspirationsflash. Im November begann ich hochmotiviert mit "Fremde Feuer Teil 1: Der Abgrund einer Welt". Aber ich merkte bald, dass mich Job, Familie und das bayerische G8 ausbremsten und ich stecken blieb, wo eigentlich die Handlung ihren Lauf nehmen sollte. Zu Jahresende kamen endlich wieder ruhigere Tage und zum Glück konnte ich den Knoten wieder lösen. Inzwischen sind vier Kapitel geschrieben und Ideen habe ich genug, dass sie für eine Trilogie reichen. Eines aber hat mich 2016 gelehrt: Gehe deine Projekte gelassener an, und so werde ich mir neben den Korrekturen am "deutschen Spiel" noch so manche Notizen zu "Fremde Feuer" machen.